Präsenzveranstaltung

Thema:
Theorie nach der Theorie
Veranstaltungstyp:
Kolloquium
Adressatenkreis:

Doktorand*innen des Instituts, Interessierte
Ort:
Hagen
Termin:
22.07.2020 bis
09.09.2020
Zeitraum:
Am
22. Juli,
29. Juli,
05. August,
12. August,
19. August,
26. August,
02. September,
09. September,
jeweils zwischen 16:00 und 17:30 Uhr.
Leitung:
Prof. Dr. Peter Risthaus
Anmeldefrist:
10.07.2020
Anmeldung:
Anmeldung bitte per E-Mail.
Auskunft erteilt:
E-Mail: Peter Risthaus , Telefon: +49 2331 987-2579
E-Mail: Christoph Düchting , Telefon: +49 2331 987-2119

Diese Veranstaltung wird als Hybrid- oder Onlineseminar stattfinden. Sollten Sie als Doktorand*in Interesse an einer Teilnahme haben, richten Sie sich bitte per Mail an uns.


Johann Wolfgang von Goethe hat ein Wort geprägt, dass Hannah Arendt in ihrem Denktagebuch zitieren wird: „Das Höchste wäre: zu begreifen, daß alles Faktische schon Theorie ist.“ Aber wie steht es heutzutage um die sogenannte „Theorie“, was ist ihre Lage? Auf der einen Seite lässt sich eine neue Unübersichtlichkeit und erhebliche Hybridität theoretischer Positionen beobachten, die häufig genug ihren Gegenstand aus den Augen verliert oder Begriffshülsen produziert. Dabei lässt sich Theorie doch mit »Über-Blick« übersetzten, sie schaut über die Dinge hinweg, um anderes zu sehen. Auf der anderen Seite wird ›Theorie‹ im Namen eines neuen Essentialismus bekämpft oder – was unser Fach im engeren Sinne betrifft – zur sogenannten ›Rephilologisierung‹ aufgerufen, die anscheinend ohne Theorie auszukommen glaubt. Die 68er galten noch als Theoriegeneration, die ihre revolutionäre Praxis von Meisterdenkern abgeleitet habe. Theorie war in und sexy. In den 80er Jahren wird sie zu einem Kampfbegriff, der nicht mehr durch Fächer und Disziplinen der Universität eingehegt wird, sie selbst verändert und neue Disziplinen hervorbringt (Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft). Dieser »lange Sommer der Theorie« (Philipp Felsch) scheint zu Ende. Aber was macht man im Herbst und Winter? Warum gibt es keine Meisterdenker mehr und ist das ein Verlust?

Im Kolloquium diskutieren wir Texte, die sich diesen Frage direkt stellen oder einen historischen Blick auf Theorie werfen. Die Texte werden in einem Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt. Es gibt aber auch die Möglichkeit sein Dissertationsprojekt vorzustellen und insbesondere in Hinblick auf ›Theoriebedürftigkeit‹ zu diskutieren.


Programm:

22. Juli: Philipp Felsch: Der lange Sommer der Theorie (Ausschnitt)

29. Juli: Jonathan Culler: Dekonstruktion (Ausschnitt)

05. August: Paul de Man: Widerstände der Theorie

12 August: Norbert Bolz: Theoriemüdigkeit

19. August: Gilles Deleuze: Über die neuen Philosophen und ein allgemeineres Problem

26. August: Hans Blumenberg: Der Prozess der theoretischen Neugierde (Ausschnitt)

02. September: Martin Seel: Theorien (Ausschnitte)

09. September: (Doppelsitzung): Möglichkeit zur Projektvorstellung

Christoph Düchting | 24.06.2020