Onlineseminar

Thema:
Hölderlin-Mythen
Adressatenkreis:
BA KuWi: Modul L3; Modul L6; MA NdL: Modul MANDL 4; Modul MANDL 6; MA EuMo: Modul 7L;
Ort:
Onlineseminar
Termin:
22.04.2020 bis
15.07.2020
Zeitraum:
22.4., 29.4., 6.5., 27.5., 24.6., 1.7., 8.7., 15.7.20,
jeweils von 10:30 - 12:00 Uhr sowie einen Präsenzblock am Ende des Semesters, vermutlich Ende September
Leitung:
Prof. Dr. Peter Risthaus
Prof. Dr. Manfred Schneider
Anmeldefrist:
15.04.2020
Anmeldung:
Das Seminar ist ausgebucht. Weitere Anmeldungen werden auf eine Warteliste gesetzt.
Auskunft erteilt:
E-Mail: Peter Risthaus , Telefon: +49 2331 987-2579
E-Mail: Christoph Düchting , Telefon: +49 2331 987-2119

Die Veranstaltung findet zusammen mit Studierenden und Prof. Dr. Manfred Schneider von der Ruhr-Universität in Bochum statt.


Das Bild Friedrich Hölderlins ist in der deutschen Literatur seit dem 20. Jahrhundert mythisch geworden. Dazu trug einmal Hölderlins an die Antike anschließende Auffassung vom Dichter oder gar vom Dichteramt als eines göttlich inspirierten feierlichen Sängers, Sehers und Mahners bei. Und zum anderen wurde sein Bild geprägt von der langen Zeit, die er als „geistig umnachteter“ Patient im Tübinger Turm lebte, wo ihn eine wachsende Zahl von Bewunderern besuchte oder ihm gar noch ein paar Verse abzuluchsen versuchte. Erst recht wurde Hölderlins „Wahnsinn“ in vielen Spielarten politisch und hermeneutisch umrätselt.

Hölderlins große, großartige, aber auch vielfach hermetische Dichtung hat bereits zu seinen Lebzeiten Biographien, Werkausgaben und Romanerzählungen hervorgebracht. Aber erst zu Beginn des 20. Jahrhundert setzte die Mythisierung ein. Mit ihr entstand nicht nur eine Unmenge an gelehrten Kommentaren und Interpretationen; auch prominente Philosophen wie Martin Heidegger erhoben Hölderlin zu Kronzeugen ihres Denkens. Er wurde gefeiert, gerühmt und nachgeahmt: In Gedichten, Erzählungen, im Theater, auf der Opernbühne und nicht zuletzt im Kino nahm der Hölderlin-Mythos immer größere Dimensionen an.

In unserem Seminar wollen wir uns in einer ersten Phase mit Hölderlins eigener Dichtung und seiner Umbildung antiker Mythen befassen. Im zweiten Teil geht es um die Anfänge der Mythisierung in Wilhelm Waiblingers Phaeton-Roman sowie in den Berichten seiner Besucher im Tübinger Turm. Es folgen Beispiele für die Überhöhung des Dichters im George-Kreis, Vertonungen seiner Lyrik, Hölderlin-Gedichte (George, Celan), Hölderlin-Deutungen (Adorno, Heidegger), Hölderlin auf dem Theater (Peter Weiss) und im Kino (Straub-Huillet, Bergmann).


Wir können über Adobe-Connect 10 Plätze bereitstellen.


Die Texte und Textauszüge, abgesehen vom "Empedokles", werden in einer Moodle-Lernumgebung zur Verfügung gestellt. Den "Empedokles" bitte in folgender günstiger Ausgabe besorgen: Hölderlin: Hyperion. Empedokles. Text und Kommentar. Hg. v. Jochen Schmidt. Frankfurt a.M. 2008 [Ausgabe Deutscher Klassiker Verlag, 10€ für ganz viel Hölderlin].

Christoph Düchting | 23.04.2020