Aktuelles Programm

Leider können die Vorlesungen der BürgerUniversität Coesfeld auch im Wintersemester nicht in gewohnter Form stattfinden. Aus diesem Grund haben wir die Vorlesungen für Sie aufgezeichnet. Diese finden Sie kostenfrei in der Mediathek.

Die FernUniversität in Hagen möchte dazu beitragen, die weitere Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Die Vorlesungen richten sich an eine breite regionale Öffentlichkeit, die an aktuellen soziologischen Forschungsergebnissen interessiert ist. Die Vortragenden aus Hagen und dem ganzen Bundesgebiet referieren in allgemeinverständlicher Form zu gesellschaftlichen Themen in Deutschland und Europa.

Veranstaltungsort:
WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Flyer BürgerUniversität Coesfeld Wintersemester 2020/2021


Veranstaltungen im Wintersemester 2020/2021

GosertFoto: © Nick Brundle Photography/Moment/GettyImages

Israel und der „Orient“. Eine Hassliebe?

Julia Gosert, M.A. (Vorlesung)

Ab 14. Oktober 2020 in der Mediathek abrufbar

Verschiedene Perspektiven auf das arabisch-jüdische Verhältnis und die Verortung Israels aus postkolonialer Perspektive

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Der Zionismus strebt nach einem jüdischen Staat, der eine Einheit von Nation, Volk, Kultur, Sprache und Territorium darstellt. Damit folgt er seinem europäischen Vorbild.

Vertreterinnen und Vertreter einer multikulturellen Denkschule in Israel verurteilen diese vereinheitlichenden Bestrebungen und setzen sich für kulturelle Vielfalt ein. Genauso wenden sie sich gegen das gängige Bild des „rückständigen Orients“ und gegen die Diskriminierung der Palästinenserinnen und Palästinenser sowie der arabischstämmigen Israelis. In ihrer Kritik vergleichen sie die zionistische Betrachtungs- und Behandlungsweise mit der einstigen Haltung der europäischen Kolonialmächte gegenüber dem sogenannten „Orient“.

Im Rahmen der Vorlesung wird der „innere Kolonialismus“ Israels beleuchtet. Der Fokus liegt auf Konflikten innerhalb der israelischen Gesellschaft.

Julia Gosert hat an der Ruhr-Universität Bochum Sozialwissenschaft studiert. Sie arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der FernUniversität in Hagen am Lehrgebiet der Ernsting‘s family-Stiftungsprofessur für Mikrosoziologie. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Kulturanthropologie, Qualitative Methoden der Sozialforschung und Rekonstruktive Sozialforschung.

 

LoerFoto: © Dulin/RooM/GettyImages

„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“

Dr. Thomas Loer (Vorlesung)

Ab 2. Dezember 2020 in der Mediathek abrufbar

Schenken als offenkundige, aber auch vertrackte Form der Reziprozität

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Das Sprichwort des Titels ist jedermann bekannt. Was aber verbirgt sich dahinter? Gerade jetzt erscheint die darin ausgesprochene Empfehlung wohlfeil, bemüht sich doch gerade im bevorstehenden Advent jeder nun entsprechend. Andererseits beginnen auch jetzt wieder die Überlegungen, wie angesichts der im vergangenen Jahr erhaltenen Geschenke ein angemessener Ausgleich geschaffen und wie alle zu Beschenkenden gerecht bedacht werden können. Schenken gehört zu den Erscheinungen unserer Festtage, aber auch unseres Alltags, die uns auf besondere Weise miteinander verbinden und an denen ablesbar wird, was uns als Menschen ausmacht. Im Vortrag wird dies an Ereignissen des Schenkens und des Beschenktwerdens exemplarisch verdeutlicht. Zudem wird in soziologischer Perspektive anschaulich und verständlich gemacht, was dem titelgebenden Sprichwort sowie den vielfältigen Erscheinungen des Schenkens zugrunde liegt: strukturelle Reziprozität als Grundlegung der kulturellen Natur des Menschen.

Dr. Thomas Loer, habilitierter Soziologe, ist Gastdozent an der Privaten Universität Witten/Herdecke und Lehrbeauftragter an der International Psychoanalytic University Berlin sowie freiberuflich tätig (Praxis für klinische Soziologie – Analyse und Beratung). Seine Forschungsschwerpunkte sind: Reziprozität als Grundbegriff der Kultur- und Sozialwissenschaften, Methodologie und Methode der Objektiven Hermeneutik.

 

HeiserFoto: Cecilie Arcurs/E+/GettyImages

Vom Pilgern und Fasten: Gelebte Religion in der späten Moderne

Dr. Patrick Heiser (Vorlesung)

Ab 17. Februar 2021 in der Mediathek abrufbar

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So wie die Gesellschaft selbst, so unterliegt auch ihre Religion einem permanenten Wandel. Allzu häufig aber wird der Blick auf absteigende Kurven gerichtet, beispielsweise auf diejenigen von Kirchenmitgliedschafts- und Gottesdienstbesuchszahlen. Nicht wenige folgern daraus, Religion würde mehr und mehr an Bedeutung verlieren. Dabei wird jedoch übersehen, dass auch die Moderne – und vielleicht gerade sie – neue Formen von Religion hervorbringt. Auch heute finden sich religiöse Praktiken, die mitunter sogar an Popularität gewinnen.

In der Vorlesung werden aktuelle Forschungsergebnisse zum Pilgern und Fasten betrachtet und religionssoziologisch eingeordnet. Dabei wird sich zeigen, dass religiöse Praktiken zwar immer mehr vom Einzelnen bestimmt werden – und dass sie sich daher von ihren traditionellen Wurzeln lösen –nichtsdestotrotz aber erfüllen religiöse Traditionen und Institutionen eine nach wie vor wesentliche Funktion für die individuelle Religiosität.

Dr. Patrick Heiser ist seit 2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der FernUniversität in Hagen. Er forscht zur gelebten Religion in spätmodernen Gesellschaften, insbesondere zum christlichen Pilgertum und zum zeitgenössischen Fasten, sowie zum Wandel religiöser Institutionen, insbesondere zur katholischen Kirche. Bei UTB ist zuletzt sein Lehrbuch „Religionssoziologie“ erschienen.

 

tausendpfundFoto: © Westend61/GettyImages

Politisches Wissen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland

Dr. Markus Tausendpfund (Vorlesung)

Ab 10. März 2021 in der Mediathek abrufbar

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Seit der Aufklärung gilt politisches Wissen als Voraussetzung für die Mündigkeit der Bürger. Nicht selten wird das Bild vom demokratischen Bürger als „homo politicus“ gezeichnet, der politisch kenntnisreich und bestens informiert ist und seine geordneten politischen Interessen selbstbewusst vertritt. Allerdings bestehen erhebliche Zweifel daran, dass die Bürgerinnen und Bürger das normative Idealbild kenntnisreicher, rationaler Demokratinnen und Demokraten erfüllen.

Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) 2018 bietet die Möglichkeit, die aktuelle Verteilung des politischen Wissens in Deutschland zu beschreiben und seine relevanten Erklärungsfaktoren zu identifizieren. Zudem werden die Konsequenzen des (zu geringen) politischen Wissens für ausgewählte Einstellungen und Verhaltensweisen analysiert.

Dr. Markus Tausendpfund ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften der FernUniversität in Hagen und verantwortet die Arbeitsstelle Quantitative Methoden. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Einstellungs- und Verhaltensforschung auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene.