Aktuelles Programm

Leider können die Vorlesungen der BürgerUniversität Coesfeld auch im Wintersemester nicht in gewohnter Form stattfinden. Aus diesem Grund haben wir die Vorlesungen für Sie aufgezeichnet. Diese finden Sie kostenfrei in der Mediathek des Ernsting’s family-Stiftungsprofessur für Mikrosoziologie.

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Die Vorlesungen richten sich an eine breite regionale Öffentlichkeit, die an aktuellen soziologischen Forschungsergebnissen interessiert ist. Die Vortragenden aus Hagen und dem ganzen Bundesgebiet referieren in allgemeinverständlicher Form zu gesellschaftlichen Themen in Deutschland und Europa.

Veranstaltungsort:

WBK | Wissen Bildung Kultur
Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Flyer BürgerUniversität Coesfeld Wintersemester 2021/2022 (PDF 2 MB)


Veranstaltungen im Wintersemester 2021/2021

Mit der Seuche leben? Der Umgang mit Epidemien im Mittelalter

PD Dr. Eva-Maria Butz (Vorlesung)

Ab 24. November 2021 in der Mediathek abrufbar

Foto: © D-Keine/E+/GettyImages

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Krankheiten und Seuchen gehören seit jeher zu den Begleitern der Menschen. Je kleiner die Siedlungen waren und je immobiler die Gesellschaft, desto schlechter konnten sich Krankheiten verbreiten. Aber schon mit den ersten Städten und Handelsrouten nahm die Gefahr der Ausbreitung und Entstehung von Epidemien zu.

Während sich manche Krankheiten, beispielsweise die Pest, schnell verbreiteten und zu hohen Todeszahlen führen konnten, entwickelten sich andere Seuchen – wie Lepra – eher schleichend. Doch in allen Fällen versuchten die Menschen mit mehr oder weniger geeigneten Mitteln die Seuchen einzudämmen. Manche dieser Maßnahmen sind auch heute noch wirksam, etwa die Quarantäne.

Anhand von zahlreichen Beispielen sollen zum einen die unterschiedlichen Strategien im Umgang mit den Seuchen gezeigt werden, zum anderen wird aber auch der Frage nach den gesellschaftlichen Folgen von Epidemien nachgegangen.

PD Dr. Eva-Maria Butz studierte 1989 bis 1996 die Fächer Mittelalterliche Geschichte und Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im Januar 2001 promovierte sie in Mittelalterlicher Geschichte über „Adlige Herrschaft im Spannungsfeld zwischen regnum und regio. Spielräume und Grenzen politischen Handelns am Beispiel der Grafen von Freiburg 1218 bis 1316“ unter der Betreuung von Prof. Dr. Thomas Zotz in Freiburg. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin war sie von 1999 bis 2019 am Historischen Institut der TU Dortmund tätig, seit 2008 als Studienrätin im Hochschuldienst. In ihrer Habilitation im Jahre 2019 ging es um „Politik und Liturgie. Zur gesellschaftlichen und politischen Funktion der Herrschermemoria in den frühmittelalterlichen Libri vitae“. Akademische Rätin am Lehrgebiet Geschichte und Gegenwart Alteuropas der FernUniversität in Hagen ist sie seit August 2019.


Soziale Ungleichheiten in helfenden Berufen der Care-Ökonomie

Dr. Simone Mazari (Vorlesung)

Ab 12. Januar 2022 in der Mediathek abrufbar

Foto: © HRAUS/E+/GettyImages

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Im Vortrag geht es um die Care-Ökonomie. Es handelt sich hier um einen Wirtschaftsbereich, in dem personenbezogene Dienstleistungen im Lohnerwerbsbereich untersucht werden. In dem Vortrag wird es in diesem Zusammenhang um Beschäftigungsverhältnisse sowie um die schlechte Bezahlung gehen, die damit in der Regel verbunden ist.

Unsere eigene Erfahrung, aber auch zahlreiche Studien zeigen, dass in den Arbeitsfeldern, in deren Zentrum die Sorge um andere steht, meistens Frauen beschäftigt sind. Männer und Nichtdeutsche sind in den helfenden Berufen unterrepräsentiert. Ein weiteres Merkmal dieser Berufe ist, dass die Entlohnung der dort geleisteten Arbeit sich nicht widerspiegelt in der Bedeutung und auch Anerkennung, die besonders in der Zeit der Pandemie-Krise öffentlich geworden ist: Pflegekräften und Ärzt*innen wurde applaudiert und die Pflege von Älteren und die Betreuung von Kindern wurden als „systemrelevant“ erklärt.

Dr. Simone Mazari hat kontinuierlich in forschungs- und anwendungsbezogenen Projekten gearbeitet, in denen soziale Ungleichheiten in den Feldern von Arbeitsmarkt und Bildung untersucht wurden. 2019 wurde sie mit in einer arbeits- und sozialpolitischen Dissertation an der Philipps-Universität Marburg promoviert. Sie ist seit Mai 2020 als wissenschaftliche Online-Tutorin im Lehrgebiet Soziologische Gegenwartsdiagnosen der FernUniversität in Hagen beschäftigt.


Verschwörung - Alte und neue Mythen von Repression und Freiheit

Dr. Jana Husmann (Vorlesung)

Ab 23. Februar 2022 in der Mediathek abrufbar

Foto: © THEPALMER/E+/GettyImages

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Verschwörungsmythen haben eine lange Tradition. In der europäischen Geschichte verbinden sie sich mit Imaginationen des Fremden und Bedrohlichen und sind Teil antisemitischer Narrative. Mit der Corona-Krise wurde deutlich, welche historische Beharrlichkeit und Wandelbarkeit verschwörungsmythische Traditionen besitzen. Zum Erzählmuster von Fremdbestimmung, Manipulation und Unterdrückung durch angebliche Eliten und Geheimbünde gehört immer auch die Vorstellung einer notwendigen Befreiung von diesen „dunklen Mächten“.

In dem Vortrag sollen politische Vorstellungen und mediale Inszenierungen von Repression und Freiheit im Rahmen der Querdenken-Bewegung in den Blick genommen werden. Welche politischen Ansätze und Allianzen sich damit verbinden und welche Symboliken und historischen Vergleichsfolien zum Tragen kommen, soll näher aufgezeigt und veranschaulicht werden.

Dr. Jana Husmann ist promovierte Kulturwissenschaftlerin und Geschlechterforscherin. Nach mehrjähriger Lehr- und Forschungstätigkeit an der Humboldt-Universität zu Berlin ist sie 2014 hauptberuflich ins Wissenschaftsmanagement gewechselt. Seit 2015 arbeitet sie an der FernUniversität in Hagen, seit 2020 leitet sie deren Berlin-Büro für Transfer & Kooperation.

Martina Stöppel | 06.10.2021