Online-Vortrag: „Care-Notstand war schon vor Corona: Eine Kritik an der offiziellen Corona Politik.“

23. April 2021

Zeitraum
23.04.2021
13:45 Uhr

Veranstalter/-in
Forschungsgruppe „Gender Politics” der FernUniversität

Auskunft erteilt
Carolin Rolf

Am 23.04.2021 von 13:45 bis 15:30 Uhr hält Dr. Tove Soiland den Vortrag „Care-Notstand war schon vor Corona: Eine Kritik an der offiziellen Corona Politik.“ Die Anmeldung erfolgt per Mail an Carolin Rolf, Koordinatorin der Forschungsgruppe.

Abstract zum Vortrag:

Der Vortrag vertritt mit Vandava Shiva die These, dass wir gegenwärtig einen Umbau der Gesundheitsvorsorge erleben, der anstelle der arbeitsintensiven Pflege und Fürsorge eine technologische Lösung setzen will. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es bei den gegenwärtigen Lockdown-Maßnahmen tatsächlich um den Schutz der Bevölkerung und ihrer Gesundheit geht oder ob die Bevölkerung hier nicht vielmehr den Preis zu zahlen hat für den jahrelangen neoliberalen Abbau des Gesundheitswesens, der gerade in der gegenwärtigen Krise massiv vorangetrieben wird. So betrachtet erscheint die staatliche Corona-Politik als ein unglaublicher Angriff auf die immer stärker werdende feministische Bewegung der vergangenen Jahre, die in ihrer Skandalisierung des Care-Notstandes auf sehr viel Gehör stieß. Über die Feststellung hinaus, dass Frauen einmal mehr die Hauptlast der Krise zu tragen haben, will der Vortrag deshalb auch zur Diskussion stellen, was diese Krise überhaupt ist.

Mehr zu Tove Soiland

Tove Soiland ist Mitglied des Kollektivs „Feministischer Lookdown“, das sich seit Beginn der Corona-Krise kritisch mit den staatlichen Corona-Maßnahmen auseinandersetzt. Sie studierte Geschichte und Philosophie in Zürich und hat gegenwärtig eine Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Innsbruck inne. Sie bietet bei der Gewerkschaft VPOD in Zürich seit Jahren Seminare für Frauen zu feministischer Ökonomie und politischer Theorie an. Ihre heutigen Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Feministische Theorie, französische Psychoanalyse und Marxismus. 2003 initiierte sie den „Gender-Streit“, eine Kontroverse um die theoretischen Grundlagen des Gender-Begriffs. Im WS 2016/17 hatte sie die Klara-Marie-Faßbinder Gastprofessur an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen inne. 2016 erhielt sie für ihr feministisches Engagement den Ida Somazzi-Preis.

Daniel Rommel | 12.08.2021